„Im Übrigen fängt Kritik nicht damit an, ...

... daß sie an sich die kri­tische Frage stellt, ob sie weitergeht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechenschaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästigung und Schaden wahr­nimmt. Wer auf das bißchen Ursachenforschung verzichtet, vertut sich womöglich im Engagement, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Bemühungen verkehrt aus. Dann vergeht seine Ju­gend, und er war in Gorleben zelten, hat seine Zeit im Frauenbuchladen verplempert und Grüne gewählt, während die Klassengesellschaft funktioniert, daß es kracht.“ (Die Klassen (II), MSZ - Gegen die Kosten der Freiheit)

Angebot eines regelmäßigen Diskussionstermins in Bremen

Um sich die nötige Klarheit zu verschaffen über die aktuellen Affären in Politik und Wirtschaft und deren Besprechung in der demokratischen Öffentlichkeit, bietet Argudiss einen Diskussionstermin an. Momentan findet die Diskussion in der Regel digital via discord alle 14 Tage statt. Manchmal treffen wir uns auch vorort.

Nähere Informationen wie Thema und Zeitpunkt dieser Diskussionsrunde gibt es auch regelmäßig über einen E-Mailverteiler, bei dem man sich hier auf dieser Seite anmelden kann.

Argudiss lädt ein zu Vortrag und Diskussion

Kriegsbereitschaft ­– wie geht das?

Datum und Uhrzeit
Ort
Bürgerhaus Weserterrassen, Osterdeich 70b, Bremen
Veranstalter
Argudiss
Dozent
Ein Redakteur des GegenStandpunkt-Verlages
Ankündigung als pdf

Die deutsche Regierung fordert einen „Mentalitätswechsel“: Ihr Volk soll einsehen, dass „wir“ einen konventionellen Krieg gegen Russland vorbereiten müssen. Und keiner fragt, warum diese Perspektive eigentlich so unausweichlich ist.

Bild vom Frontcover des aktuellen GegenStandpunktArgudiss empfiehlt:
GegenStandpunkt 1-26
Politische Vierteljahreszeitschrift

Darin unter anderem:

Der GegenStandpunkt-Verlag schreibt einleitend zu dieser Ausgabe:

 

Schlimme Zustände auf der Welt, schwere Zeiten für Deutschland

Weil der Ukraine-Krieg nicht aufhört? Nein. Der ist ganz im Sinne Deutschlands. Das Schlimme ist, dass die USA unter Trump mit ihrem Willen, dem Krieg ein MAGA-mäßiges Ende auch gegen deutsch-europäische Ansprüche zu setzen, unberechenbar geworden sind. Das Gute ist aber, dass Selenskij sein Volk für uns immer weiter opfert. Und das Allerbeste ist, dass unter deutscher Führung die Konfiszierung russischen Vermögens für ein Reparationsdarlehen der EU dafür sorgt, dass unserem Mann in Kiew für seine guten Werke nicht vor der Zeit das gute Geld ausgeht.

Weil im Nahen Osten schon wieder ein großer Krieg gegen den Iran tobt? Nein. Den begrüßt Merz wieder als gelungene ‚Drecksarbeit‘. Das Schlimme ist, dass Deutschland bisher komplett ausgemischt ist aus dem nahöstlichen Kriegsgeschehen und auch aus dem Frieden, den Trump als Chairman für das Heilige Land beschlossen hat und der Region aufs Auge drückt. Das Gute ist aber wenigstens, dass der deutsche Kanzler sich schon mal öffentlich mit der Idee eines deutschen Eingreifens auf Seiten der USA anfreundet; nur so – wenn überhaupt – qualifiziert man sich bei Trump für die Mitgestaltung des Friedens.

Weil Trump das Vorrecht seines weißen Herrenvolkes auf die amerikanische Hemisphäre propagiert und im Innern gegen Fremde vorgeht, wie man es sonst von Besatzungsmächten kennt? Nein. Daran findet Merz nichts auszusetzen – er bekämpft in Deutschland mit Verweis auf deutsche Stadtbilder, deutsche Töchter und ähnliches Kulturgut das Übel Migration ja auch. Das Schlimme ist, dass Trump seine regierungsamtliche Fremdenfeindlichkeit im Rahmen einer amerikanischen Erneuerungspolitik betreibt, die auch als Angriff auf die Politik gemeint ist, die in Europa unter deutscher Führung nach innen und außen gemacht wird. Gut also, dass Merz inzwischen neben seinem Opportunismus gegenüber Trump sich demonstrativ von ihm abgrenzt und versucht, mit genuin deutscher Stärke und nationalem Egoismus die neuartige Rivalität mit Amerika aufzunehmen.

Weil bei all den Sachen wie Aufrüstung, Ukraine-Krieg, Handelskrieg mit den USA … das Volk Abstriche vom Lebensstandard machen muss? Nein. Damit kann der Kanzler seines Volkes gut leben – er preist seine Verarmungspolitik, z.B. mit der x-ten Gesundheitsreform, geradezu an als das willkommene Ende von alten Zöpfen wie „Work-Life-Balance“, telefonischer Krankschreibung und ähnlichen Wirtschaftsstraftaten. All die Abstriche vom Sozialstaat braucht es nämlich, damit Deutschland keine Abstriche an seiner ökonomischen Stärke zu machen braucht und endlich die weltpolitische Rolle bekommt, die ihm zusteht. Das Schlimme ist, dass sein Volk einfach nicht über die Verarmungsagenda jubelt, sondern sich bloß wieder murrend in alles dreinschickt und – vor allem – dabei allzuoft falsch wählt. Insofern ist es gut, dass Merz sich seine antisoziale Zeitenwende nicht abknöpfen lässt – und sich ansonsten mit seinem Volk darüber einig sein kann, dass das größte Übel sowieso die Fremden sind.

Weil mit der AfD eine offen xenophobe Partei die inzwischen stärkste Opposition ist? Nein – darin sind Friedrich „Ich sag nur Stadtbild“-Merz samt Mit-Christen und die AfD so einig, dass es eigens eine Brandmauer braucht, damit seine Union weiß, dass die von der AfD die Falschen sind. Das Schlimme ist der Gegensatz der zwei nationalen Notstandsdefinitionen von CDU und immer stärkerer AfD. Sie treffen sich zwar im Hass auf alles Fremde, aber: Die CDU will die in die Krise geratene imperialistische Räson der alten BRD, den Aufwuchs zur Vormacht eines ‚Vereinten Europa‘ unter dem militärischen ‚Schutzschirm‘ der Nato, retten – die AfD sieht in dieser Krise die Gelegenheit dafür, endlich zu überwinden, was sie noch nie für guten deutschen Imperialismus, sondern immer schon für internationalistischen Volksverrat gehalten hat. Gut also, dass die Machtgeilheit der Christen einstweilen stärker ist als ihre Abneigung gegen die SPD, in der Merz den Helfer für alles hat, was in diesen Zeiten ansteht. Und schön nebenbei, dass auch der IG Metall zum militaristischen Aufbruch Deutschlands im Namen der Arbeiter nur Konstruktives einfällt.


Vertrieb & Bestellinformationen
Das Inhaltsverzeichnis sowie einige Artikel sind kostenlos online verfügbar. Der GegenStandpunkt ist als Printausgabe für 15 € beim Verlag und auf unseren Veranstaltungen sowie in untenstehenden Buchhandlungen erhältlich. Der GegenStandpunkt ist auch digital für 10 € in den Formaten pdf, epub und mobi beim Verlag erhältlich. 

Bezugsquellen in Bremen:
Buchladen im Ostertor, Fehrfeld 60, 28203 Bremen
Buchladen i. d. Neustadt, Lahnstraße 65b, 28199 Bremen
Universitätsbuchhandlung, Uni, 28359 Bremen

Veranstaltungsdokumentation

Trumps Zollkrieg - US-Imperialismus 2.0

Datum
Ort
Bremen
Veranstalter
Argudiss
Dozent
Ein Redakteur des GegenStandpunkt-Verlages

Dass „wir“ Trump nicht leiden können, ist in Deutschland und Europa ausgemachte Sache in den etablierten Kreisen von Politik und Öffentlichkeit. Letztere bewährt sich darin, alle Register der Hetze zu ziehen, mit der sie bisher eher die Unholde östlicher und südlicher Weltgegenden dem Publikum zwecks herzlicher Verachtung nahegebracht hat. 

Unvernünftig, unverbesserlich: Arbeit & Reichtum im Kapitalismus

Datum
Ort
Bremen
Veranstalter
Argudiss
Dozent
Ein Redakteur des GegenStandpunkt-Verlages

Dass man mit Arbeit keinen Reichtum anhäufen kann, gehört zum marktwirtschaftlichen Erfahrungsschatz. Zumindest nicht mit der eigenen Arbeit eigenen Reichtum. Denn mit anderer Leute Arbeit reich zu werden, ist in der Marktwirtschaft das Normalste von der Welt: Automobilunternehmen, Lieferdienste, Smartphone-Kapitale häufen gigantische Umsätze und Gewinne sogar im 11-stelligen Bereich jährlich an mit dem Verkauf von Produkten der Arbeit von Dienstkräften, die man in gewisser Verdrehung der Tatsachen „Arbeitnehmer“ nennt, obwohl sie doch ihre Arbeit, Lebenszeit und Lebenskraft im Prozess der Erstellung der Dinge und Dienstleistungen hergeben. Die gehören dann denjenigen, die - warum nur - „Arbeitgeber“ genannt werden.